Meine liebste Anna Konrad,
ich hoffe dieser Brief erreicht dich auf deiner Reise durch Europa. Ich bin mittlerweile auch auf Reisen, ein Aufruf für Abenteuer hat mich gepackt und es hat mich nach Peru verschlagen. Ich dachte, so bekomme ich etwas Abstand zu der modernen Großstadt und vielleicht Inspiration für ein neues Buch. Du weist ja, dass ich noch nicht sehr zufrieden bin mit meinem aktuellen Schriftstellerfähigkeiten.
In Peru habe ich einige Interessante Personen kennengelernt. Die Abenteurertruppe bestand aus dem Autor Jackson Elias (Ich denke du kennst ihn, er war ebenfalls auf der Suche nach neuer Inspiration für seine übernatürlichen Geschichten) und einigen sehr urigen Freunden aus Arkham. Ihre Namen waren Sybil Blackhawk, Luther Slaughter, und Wilfred Winters. Ebenfalls ein Außenseiter in der Gruppe war der lokale Gerichtsmediziner Antonio Ortega. Mit Sybill pflege ich noch regelmäßig Kontakt und helfe ihr bei ihrem Studium. Was genau sie studiert weiß ich nicht, aber ich glaube sie hat ebenfalls die Übersicht in ihren ganzen Büchern verloren. Der Expeditionsleiter war ein seltsamer und offensichtlich schwer kranker Mann namens Augustus Larkin. Leider ist er und sein Leibwächter bei der Expedition umgekommen, aber ich eile mal wieder der Geschichte voraus.
Unsere Aufgabe war die Lokalisation und Untersuchung einer verschollen geglaubten Pyramide mitten im Dschungel. Dafür haben wir eine weite Strecke auf uns genommen und sind die restlichen Tage nur mit Eseln durch den Dschungel gewandert. Zum Glück kannte Larkin und sein Leibwächter sich aus, ich hätte mich dort auf jeden Fall verlaufen. Von den anderen Chaoten in der Gruppe möchte ich gar nicht anfangen, Luther und Wilfred wollten sowieso ständig alles anzünden, was Ihnen den Weg versperrte. Ich würde ungern mitten in einem unkontrollierten Waldbrand umkommen, das wäre kein geeigneter Weg für mich zu sterben. Und es gab schon ein paar Momente, bei denen uns die Pyromanie der beiden fast ein schwerwiegendes Problem geworden wäre.
Der Leibwächter hatte eine goldene Maske dabei. Sie erinnerte mich sehr an die, die Lucas Keston damals zu deiner Audition mitgebracht hatte. Ich wollte sie fast für meine Sammlung mitnehmen, aber dieser “Mensch” war schon sehr unheimlich. Er hat die Maske auch niemals getragen, sie hing immer nur an seinem Gürtel. Einmal hatte ich die Chance sie aus seinem Hotelzimmer zu stehlen, in das Antonio und ich eingebrochen sind, aber das hätte ihn vermutlich sehr verärgert.
Die Expedition war sehr spannend, wir haben unser Ziel erreicht und die Pyramide gefunden. Das Gelände war sehr alt, an einer Ecke gab es eine Opfergrube mit Knochenresten, vermutlich von Menschen. Luther hat dort eine alte Goldmünze aufgehoben, ich habe mich davon ferngehalten. In der Pyramide gab es nicht viel zu sehen, bis auf eine Goldverzierung an der Wand. Wir hatten vorab in einer Universität ein ähnliches Stück mit gleicher Verzierung mitgenommen, das passte perfekt an die Wand! In einer gewissen Weise haben wir also unsere Aufgabe, Artefakte für ein Museum zu finden und mitzunehmen, total vergeigt. Aber wir alle waren uns einig, dass dieses Stück als ganzes erhalten bleiben sollte. Und mitnehmen konnten wir das ganze auch nicht auf unseren Maultieren. Der Leibwächter fand unsere Idee nicht so prickelnd. Daher kam es zu einem Streit, der sehr aus dem Ruder gelaufen ist und er starb an seinen Verletzungen. Als wir dies verdaut hatten und wieder aus der Pyramide geklettert waren, haben wir Professor Larkin ebenfalls am Ende seiner Kräfte erlebt. Die Hitze und das allgemeine Dschungelklima hat ihn wohl so zugesetzt, dass er an seiner Krankheit starb. Ein sehr tragisches Ende für die beiden. Wir haben beschlossen den Standort der Pyramide nicht öffentlich zu machen, damit dieses Stück Kultur erhalten bleibt.
noch ein bisschen was erzählen
Ich habe dir eine erste Version des Manuscripts für mein neues Buch beigelegt, die Erzählungen beruhen grob auf Erfahrungen, die ich in Lima gemacht habe. Ich kann dir auch das neue Werk von Jackson Elias empfehlen, dort werden unsere Abenteuer (natürlich nicht komplett wahrheitsgemäß) spannend erzählt.
Ich freue mich auf die Geschichten, welche du mir aus Europa erzählen wirst. Vermutlich geht meine nächste Reise auch wieder auf das Festland, ich habe gehört Österreich soll im Herbst sehr schön sein. Aber erst muss ich mein Buch fertigstellen.
Pass auf dich auch liebste Anna,
Wanda